earth • ling n. One who inhabits the earth.
Es sollte ein Experiment sein, ein Versuch, einfach um zu sehen, ob man so etwas schaffen kann.
Vor einer Woche, Sonntagabend, ich liege im Bett und scrolle durch meine Abo Box bei Youtube. Eine meiner favorisierten Youtuberin ''kitthey'' oder auch ''Luna Darko'' hat ein neues Video hochgeladen mit dem Titel ''DAS MUSST DU GESEHEN HABEN!''. Gut, sage ich mir, dann gehe ich mal ihrer Empfehlung nach.
Der Inhalt ihres neuen Videos handelt von Filmen. Filmen, die nicht viel mit dem Hollywood Kram zu tun haben, der in den deutschen Kinos kursiert. Sondern Filme, die den eigenen Horizont ziemlich erweitern können. Luna ist Veganerin und beschäftigt sich viel mit Tierschutz etc. Doch auch andere Filme finden in dieser Liste ihren Platz, zum Beispiel über das Darknet, über das Bildungssystem oder auch einen Film, über das Glücklich sein.
Schon etwas länger habe ich überlegt einen bestimmte Film dieser Liste zu sehen: EARTHLINGS.
Viel habe ich darüber nicht gehört, nur, dass es schon vielen Menschen eine andere Sicht auf den Umgang mit Tieren gegeben hat.
Also gut, es war halb zwölf, ich startete den Film.
Viel, über das was in diesem Film bzw. Dokumentation zu sehen ist, möchte ich gar nicht verlieren. Nur so viel: Kein anderer Film, keine romantische Komödie, kein trauriger Liebesfilm hat mich je so zum weinen gebracht wie es dieser Film tat!
Um euch einen kleinen Einblick darüber zu verschaffen um was es in diesem Film geht, nenne ich euch die Kategorien in die er aufgeteilt ist: Tierzucht, Tierheime, Massentierhaltung, Leder- und Pelzhandel, Sport- und Unterhaltungsindustrie sowie medizinische und wissenschaftliche Nutzung.
Earthlings ist wirklich kein Film den man sich zur Unterhaltung ansieht, viel mehr um eine Sache, die man eh schon weiß, verdeutlicht zu bekommen.
Ein Uhr nachts, der Film zu Ende und ich sprachlos im Bett. Natürlich wusste ich schon, dass Tiere der Menschen wegen getötet und gequält werden, aber das dann auch noch vor die Nase gehalten zu bekommen, und Bilder zu sehen, die den Alltag dessen zeigen ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Seit ca. 3 Monaten esse ich nun kein Fleisch mehr und bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Doch nur um die Produktion von Fleisch ging es in diesem Film eben nicht, sondern um die generelle Nutzung von Tieren.
Ich entschloss mich dazu, eine Woche vegan zu leben. Kein Konsum jeglicher tierischer Produkte.
Und warum?
Weil mir Earthlings zu verstehen gab: Tiere sind genau solche Lebewesen auf der Erde wie wir. Warum sollen wir diese unter uns stellen, sie töten, sie ausbeuten nur weil sie Tiere sind? Es gibt (für mich) einfach keinen ersichtlichen Grund, warum wir das dürfen sollten. Keinen einzigen.
Als Vegetarierin habe ich mir immer gesagt, Vegan ist nichts für mich. Viel zu sehr hab ich Käse etc. geliebt und konnte mir eine Ernährung ohne das einfach nicht vorstellen.
Aber, über die Woche habe ich viel neues entdeckt. Haferflocken zum Frühstück, Sojamilch, Sojajoghurt, veganer Käse... Und ja, keine Frage, eine Umstellung ist immer schwierig. Und ja, manchmal hat man auch den Gedanken daran wie geil Käse ist und wie geil Joghurt ist und und und. Aber all das ist es einfach nicht wert. Seit einer Woche hat es für mich klick gemacht.
Eine andere Youtuberin hat in einem ihrer Videos gesagt ''Veganer können eine Verbindung ziehen. Eine Verbindung zwischen dem Nahrungsmittel/Kleidungsstück/etc. und dem Lebewesen, was dafür ausgebeutet wurde.'' Ich finde, das bringt es ganz gut auf den Punkt.
Ich habe viel gelesen, viele Videos gesehen und beschäftige mich nun viel viel mehr mit dem was ich eigentlich konsumiere, und klar das ist anstrengend.
Aber, was für mich auch ein ausschlaggebender Grund ist, warum Vegan zu leben eine mega gute Sache ist: Ich muss mich nicht mehr rechtfertigen. Das mag jetzt ganz schön egoistisch klingen, aber ich bin einfach mit dem was ich kaufe und mir selbst im Reinen. Kein ''Na klar mag ich Tiere, aber...'' mehr und auch keine Gewissensbisse mehr. Es fühlt sich einfach gut an.
Am Anfang dieser Woche hab ich mir gesagt, nach dieser Woche, schreibst du einen Blogpost und siehst, ob du überzeugt bist, oder ob es bei diesem einen Experiment bleibt.
Ich denke man kann gut sehen für was ich mich entschieden habe.
Genau wie ich mich schon als Vegetarierin verhalten habe, werde ich mich jetzt auch als Veganerin verhalten. Ich möchte kein Moralapostel werden oder jedem der vor der Wursttheke steht eins auf die Rübe geben. Natürlich wünsche ich mir, dass mehr Menschen eine Vorstellung, eine konkrete Vorstellung über das haben was in der Welt so gemacht wird, aber trotzdem ist es jedem selbst überlassen. Auch dieser Post soll keine Aufforderung sein, viel mehr ein Denkanstoß für eine Lebensweise, die ich nun einfach vollkommen verstehen kann.


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